Bava Batra 128

Kapitel 128

א דרבי עקיבא סבר מוכר בעין יפה מוכר ורבנן סברי מוכר בעין רעה מוכר ודקאמר נמי בעלמא ר' עקיבא לטעמיה דאמר מוכר בעין יפה מוכר מהכא
1 R. A͑qiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge. Und wo es sonst heißt, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht, daß wer etwas verkauft, dies mit gönnendem Auge tue, wird hierauf Bezug genommen. –
ב ממאי דלמא רבי עקיבא סבר אין אדם רוצה שיתן מעותיו וידרסוהו אחרים ורבנן סברי אין אדם רוצה שיטול מעות ויפרח באויר
2 Woher dies, vielleicht ist R. A͑qiba der Ansicht, niemand will Geld [für ein Grundstück] ausgeben, daß andere es zertreten, und sind die Rabbanan der Ansicht, niemand will Geld nehmen, daß er durch die Luft fliege!?–
ג ואלא מסיפא מכרן לאחר ר' עקיבא אומר אינו צריך ליקח לו דרך וחכמים אומרים צריך
3 Dies ist vielmehr aus dem Schlußsatze zu entnehmen: Hat jemand diese [an einen anderen] verkauft, so braucht er, wie R. A͑qiba sagt, sich keinen Weg zu erkaufen; die Weisen sagen, er müsse es. –
ד דלמא בהאי פליגי דרבי עקיבא סבר בתר דעתא דלוקח אזלינן ורבנן סברי בתר דעתא דמוכר אזלינן
4 Vielleicht besteht ihr Streit in folgendem: R. A͑qiba ist der Ansicht, man richte sich nach der Auffassung des Käufers, und die Rabbanan sind der Ansicht, man richte sich nach der Auffassung des Verkäufers. –
ה ואלא מהא לא את הבור ולא את הגת ולא את השובך בין חרבין בין ישובין וצריך ליקח לו דרך דברי ר' עקיבא וחכמים אומרים אינו צריך
5 Dies ist vielmehr aus folgendem zu entnehmen: Nicht den Brunnen, nicht die Kelter und nicht den Taubenschlag, einerlei ob sie zerstört sind oder benutzt werden. Er muß sich aber einen Weg zu diesen erkaufen – so R. A͑qiba; die Weisen sagen, er brauche es nicht.
ו הא תו למה לי אלא לאו הא קמ"ל דרבי עקיבא סבר מוכר בעין יפה מוכר ורבנן סברי מוכר בעין רעה מוכר
6 Da nun diese Wiederholung nicht nötig ist, so lehrt er uns wahrscheinlich folgendes: R. Aqiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge. –
ז ודלמא אשמועינן בית וקא משמע לן שדה וצריכא דאי אשמועינן בית משום דבעי צניעותא אבל שדה אימא לא
7 Vielleicht will er es uns von einem Hause besonders und von einem Felde besonders lehren!? Und beides ist nötig. Würde er es nur von einem Hause gelehrt haben, [so könnte man glauben,] weil bei diesem Ungeniertheit erwünscht ist, nicht aber gelte dies von einem Felde.
ח ואי אשמועינן שדה משום דקשי ליה דוושא אבל בית אימא לא
8 Und würde er es von einem Felde gelehrt haben, [so könnte man glauben], weil diesem das Betreten schädlich ist, nicht aber gelte dies von einem Hause. –
ט אלא מסיפא מכרן לאחר רבי עקיבא אומר אינו צריך ליקח לו דרך וחכמים אומרים צריך
9 Dies ist vielmehr aus dem Schlußsatze zu entnehmen: Hat jemand diese (an einen anderen) verkauft, so braucht dieser, wie R. A͑qiba sagt, sich keinen Weg zu erkaufen; die Weisen sagen, er müsse dies.
י הא תו למה לי היינו הך אלא לאו הא קמ"ל דרבי עקיבא סבר מוכר בעין יפה מוכר ורבנן סברי מוכר בעין רעה מוכר שמע מינה
10 Dies ist ja nicht nötig, denn es ist doch dasselbe; wahrscheinlich lehrt er uns folgendes: R. A͑qiba ist der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit gönnendem Auge, und die Weisen sind der Ansicht, wer etwas verkauft, tue dies mit mißgönnendem Auge. Schließe hieraus.
יא איתמר רב הונא אמר רב
11 Es wurde gelehrt: R. Hona sagte im Namen Rabhs,